Ende der 80er Jahre...

...begann mein Vater Eckhard damit, Desinfektionsmittel und Vitaminpräparate für die Firma Tiemesmann in Osnabrück zu vertreiben. Da mein Vater die meiste Zeit seines Lebens selbständig gearbeitet hatte, entschloss er sich nach kurzer Zeit dazu, auch in dieser Branche "auf eigene Rechnung" zu arbeiten. Er lieh sich etwas Geld zusammen, holte sich einen Transporter, knüpfte ein paar Kontakte zu diversen Lieferanten, schaute sich nach passenden Produkten um und nach geraumer Zeit "lief" der Laden an.

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Zu Beginn der 90er Jahre arbeitete ich als Lagerleiter in der Tiefkühlbranche, hatte aber aufgrund des "Knochenjobs" stets Probleme mit meinen durch Sportunfälle lädierten Knien. Da zu Beginn der 90er Jahre auch ein Bauboom bei Geflügelmastställen einsetzte, kam mein Vater allmählich mit der Arbeit nicht mehr nach und fragte mich, ob ich nicht auch Interesse hätte, meinen Job zu wechseln?

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Nach einem Abwägen der möglichen Vorteile (keinen nervenden Chef mehr und meine Hilfslageristen waren auch nicht gerade immer zuverlässig) und Nachteile (Selbständigkeit birgt immer eine Menge Risiken) entschloss ich mich dazu, den Schritt zu wagen.

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Bereut habe ich wenig, die Arbeit macht Spaß und die Kundschaft besteht aus Menschen, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, eine sehr direkte Art haben und zumeist auch gesunde Ansichten vertreten, hier fühle ich mich wohl.

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Mein Vater verstarb nach schwerer Krankheit dann in 2010 und war noch fast bis zum Ende in der Kundschaft unterwegs. Ich bin nun selber bereits  beinahe seit 20 Jahren in der Branche tätig und bin gespannt, ob mein Sohn oder meine Tochter eines Tages auch in meine Fußstapfen treten werden???

M. Borgmann